#LiMA15 | 21.09. - 26.09.2015 - PREVIEW

#LiMA15
De-Fragmentierung

Referenten
Daniel Häfner
Ulrich Müller | LobbyControl
Programm
Tag Samstag. konzernprotest.de - 2015-09-26
Raum Hörsaal 1.101
Beginn 10:00
Dauer 02:00
Info
ID 188
Veranstaltungstyp Werkstatt Starter
Track podium
Sprache der Veranstaltung deutsch

Wenn Konzerne den Protest managen

alle Infos unter: www.konzernprotest.de

Über Jahrzehnte haben Konzerne differenzierte Strategien entwickelt, um ihre ökonomischen Interessen gegenüber der Politik durchzusetzen. Doch der bisher übliche Lobbyismus in Brüssel, Berlin oder anderswo genügt nicht, wenn Unternehmen mit zivilgesellschaftlichem Widerstand konfrontiert sind, wie er sich etwa gegen Großprojekte (Straßen, Bahnhöfe, Flughäfen, Gentechnik etc.) formiert.

Zunehmend fordert die Zivilgesellschaft nicht nur rechtsstaatlich korrekte und legale Entscheidungen ein, sondern auch gerechte und legitime. Unternehmen und Politik setzt das unter großen öffentlichen Druck. Als eine Reaktion weiten auch Konzerne und deren PR-Agenturen ihre Handlungsfelder in den zivilgesellschaftlichen Bereich aus, der bisher vor allem den Sozialen Bewegungen vorbehalten war. Und sie, die Unternehmen, tun dies häufig verdeckt.

Öffentlichkeitswirksamen Proteste werden inzwischen von Investoren oder Projektentwicklern einkalkuliert. Es wird nicht mehr nur versucht, diese zu verhindern oder zu ignorieren. Vielmehr ist es das Ziel, „Argumente zu managen“, Proteste zu übertönen oder zu neutralisieren – jedenfalls wird aktiv versucht, um die Meinungshoheit im öffentlichen (Diskurs-)Raum zu kämpfen.

Dabei kommt den Unternehmen und ihren Agenturen entgegen, dass Interessen in der modernen Gesellschaft weit ausdifferenziert sind. Neue Technologien und Vorhaben stoßen deshalb tatsächlich bei kleineren oder größeren Gruppen auf Akzeptanz – eine Gruppe von Befürwortern findet sich meist. Dies machen sich Unternehmen zunutze, indem sie derartige Gruppen unterstützen oder gar initiieren (wie es etwa in der Auseinandersetzung um den neuen Stuttgarter Hauptbahnhof mit der Kampagne „I love S21“ zu beobachten war). Konzerne und PR-Agenturen nutzen außerdem aus, dass zivilgesellschaftliche Aktionsformen (Bürgerinitiativen, Unterschriftensammlungen etc. pp.) per se ein positives Image besitzen – wessen Interessen damit vertreten werden, ob sie selbstlos sind und dem Gemeinwohl dienen, wird selten hinterfragt.

Konzerne profitieren zudem von einer zunehmenden Unübersichtlichkeit: Technologien und Projekte werden immer komplexer und damit für viele Bürger schwerer verständlich. Das Internet hat zu einer Vervielfachung von Informationen geführt; es hat nicht nur sozialen Bewegungen neue Kanäle geöffnet, sondern es lassen sich auch Gerüchte, Falschinformationen, Denunziationen über sie verbreiten. Eintritt frei. Eine kurze Anmeldung an programm@linkemedienakademie.de würde die Organisation sehr erleichtern.

  • Inhalte der Veranstaltung:

10:00–10.15.Uhr Begrüßung und Einführung durch Mitorganisator Daniel Häfner, Robin Wood

10:15-11:15 Uhr Grundsatz-Vortrag von Ulrich Müller, geschäftsführender Vorstand Lobbycontrol

11.15-11.30 Uhr Und dann macht es PENG! - Wenn Proteste Konzerne managen. Das Kreuzberger Peng! Kollektiv mit künstlerisch-aktivem Einsprengsel