#LiMA15 | 21.09. - 26.09.2015 - PREVIEW

#LiMA15
De-Fragmentierung

Referenten
Dr. Christina Deckwirth | Lobby Control
Prof. Dr. Martin Emmer
Katharina Nocun
Mod.: Halina Wawzyniak
Programm
Tag Freitag: Macht. Politik. Online - 2015-09-25
Raum Hörsaal 1.101
Beginn 19:00
Dauer 02:00
Info
ID 180
Veranstaltungstyp Werkstatt Starter
Track podium
Sprache der Veranstaltung deutsch

Demokratie online

Das Netz besser für demokratische Kontrolle und Mitbestimmung nutzbar machen

Von der Urne, in der alle paar Jahre die Stimme “begraben“ wird, zur “flüssigen Demokratie“, in der viele Menschen die demokratischen Funktionen von Kontrolle und Mitbestimmung ausüben können, ist es ein weiter Weg.

Das Internet birgt denkbar unerschöpfliche Möglichkeiten sich über ein Thema zu informieren, eine Meinung darüber kund zu tun und in irgendeiner Form bei Entscheidungsprozessen mitzuwirken. Leider beteiligt sich nur eine Minderheit auf einer kontinuierlichen Basis und in einer interaktiven Form in online Beteiligungsformaten. Wieso das so ist und warum das auf keinen Fall so bleiben darf diskutiert Halina Wawzyniak (MdB und rechts- und netzpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag) mit den Gästen der Podiumsdiskussion: Prof. Dr. Martin Emmer (Kommunikationswissenschaftler FU-Berlin), Dr. Christina Deckwirth (Campaignerin bei Lobby Control) und Katharina Nocun (Campact e.V.).

Einleitend wird Herr Prof. Dr. Emmer einen Impulsvortrag zu seiner Studie “Bürger Online“ (Emmer et al.) und zu seinen neueren Erkenntnissen halten. In der Langzeitstudie, die mit Daten von 2002 bis 2009 arbeitet, wurde das individuelle politische Kommunikationsverhalten von “Onlinern“ in der Bundesrepublik erhoben und mit denen von “Offlinern“ verglichen. Einen Link zu einer Rezension der Studie von politik-digital.de findet Ihr hier.

Ergebnis der Studie ist, dass es eine große Diskrepanz zwischen den Möglichkeiten einerseits und den tatsächlichen Nutzungsverhalten andererseits gibt. Allerdings sagt die Studie von Emmer auch, dass es immer wieder Momente gibt, an denen sich die Online-Kommunikation und Mitbestimmung an bestimmten Ereignissen abarbeitet. Dies kann etwa der spontane #Aufschrei über eine rassischtische oder sexistische Bemerkung von einer in der Öffentlichkeit stehenden Personen sein. Auch können soziale Bewegungen und Initiativen das Netz für ihre Mobilisierung teils erfolgreich nutzen.

Neben der Mitbestimmung ist die Kontrolle von Politik und Verwaltung ein wichtiger Aspekt, der durch die Möglichkeiten des Internets vereinfacht wird. Lobby Control hat sich zur Aufgabe gemacht, Licht in die dunklen Hinterzimmer der Politik zu bringen und beispielsweise Transparenz bei Nebeneinkünften von MdBs oder bei Parteispenden zu schaffen. Gleichzeitig ist Transparenz nicht gleich Kontrolle und es macht einen Unterschied, Informationen einfach zu veröffentlichen oder die Information verständlich aufzuarbeiten und zu kommunizieren.

Wir wollen auf dem Podium den Stand der Dinge analysieren, das Mögliche ausloten und die Widerstände in der (repräsentativen) Demokratie und anderswo gegen die Weiterentwicklung der “digitale Demokratie“ in den Blick nehmen.

Eintritt zur Veranstaltung frei. Eine kurze Anmeldung an programm@linkemedienakademie.de würde die Organisation sehr erleichtern.